Forschung

Forschung zum Elch in Brandenburg

Die Rückkehr des Elchs nach Deutschland wird seit vielen Jahren wissenschaftlich begleitet. Ziel der Forschung ist es, die Lebensweise der Tiere besser zu verstehen, geeignete Lebensräume zu identifizieren und Grundlagen für ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Elch zu schaffen.

Langjähriges Monitoring

Die Grundlage der Elchforschung in Brandenburg bildet ein kontinuierliches Monitoring, das auf Sichtungsmeldungen, Fotofallenaufnahmen, Totfunden, genetischen Untersuchungen und behördlichen Nachweisen basiert. Die gesammelten Daten dokumentieren eine allmähliche Wiederbesiedlung Nordostdeutschlands durch Elche aus den benachbarten Populationen Polens und liefern wichtige Informationen über Verbreitung, Wanderbewegungen und Bestandsentwicklung.

Das Interreg-Projekt „LosBonasus – Crossing!“

Einen wichtigen Meilenstein stellte das deutsch-polnische Interreg-Projekt „LosBonasus – Crossing!“ dar. Zwischen 2019 und 2022 untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Naturschutzbehörden und Praxispartnern die Verbreitung, Lebensraumnutzung und Wanderkorridore von Elchen und Wisenten im deutsch-polnischen Grenzraum. Darüber hinaus wurden Grundlagen für ein grenzüberschreitendes Monitoring und Management der beiden Großsäuger entwickelt. Das Projekt trug wesentlich dazu bei, Wissenslücken zu schließen und die Rückkehr der Arten wissenschaftlich zu begleiten.

Weitere Informationen zum Projekt:
ŁośBonasus – Crossing!

Telemetrieforschung mit Elch „Bert“

Besonders wertvolle Erkenntnisse stammen aus den Untersuchungen des bislang einzigen in Deutschland mit einem GPS-Sender ausgestatteten freilebenden Elchs: „Bert“. Über mehrere Jahre hinweg lieferte er tausende hochaufgelöste Positionsdaten und ermöglichte erstmals detaillierte Einblicke in das Raum-Zeit-Verhalten eines Elchs in der deutschen Kulturlandschaft.

Die Auswertung dieser Daten erlaubte unter anderem Untersuchungen zu:

  • Wanderverhalten und saisonalen Bewegungsmustern,
  • Lebensraumnutzung in einer von Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Infrastruktur geprägten Landschaft,
  • Auswirkungen von Straßen und Siedlungen auf die Raumwahl,
  • Aktivitätsmustern im Tages- und Jahresverlauf,
  • Habitatansprüchen von Elchen im südwestlichen Randbereich ihres europäischen Verbreitungsgebietes.

Die Telemetriedaten von Bert bilden bis heute einen einzigartigen Datensatz für die Elchforschung in Deutschland. Die daraus entstandenen wissenschaftlichen Arbeiten liefern wichtige Grundlagen für den zukünftigen Umgang mit der Art und helfen dabei, geeignete Schutz- und Managementmaßnahmen zu entwickeln.

Forschung für die Zukunft

Mit der weiteren Ausbreitung des Elchs nach Deutschland gewinnt die Forschung zunehmend an Bedeutung. Zukünftige Untersuchungen sollen dazu beitragen, Wanderkorridore zu sichern, Konflikte im Straßenverkehr zu minimieren und die mögliche langfristige Etablierung einer lebensfähigen Elchpopulation in Deutschland wissenschaftlich zu begleiten.