Der Elch (Alces alces) ist die größte heute lebende Hirschart der Erde und zugleich das größte freilebende Landsäugetier Mitteleuropas. Ausgewachsene Bullen erreichen eine Schulterhöhe von bis zu 2,20 Metern und ein Gewicht von über 600 Kilogramm.
Charakteristisch sind die langen Beine, die breite, überhängende Schnauze, die sogenannte „Glocke“ am Kehlkopf (Kehlbart) sowie das markante Geweih der Bullen. Das Geweih ist bei jungen Männchen stangenförmig, bei älteren oft schaufelförmig und wird in Mitteleuropa im Winter (Dezember/Januar) abgeworfen und im Frühling/Sommer neu gebildet.
Der Eurasische Elch gehört zur Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla), zur Familie der Hirsche (Cervidae) und bildet innerhalb der Gattung Alces die Art Alces alces. Trotz seiner Größe ist er kein Verwandter der Rinder, sondern zählt zu den Hirschartigen.
Nach der letzten Eiszeit war der Elch in weiten Teilen Europas verbreitet. Durch intensive Bejagung und den Verlust geeigneter Lebensräume verschwand er jedoch aus vielen Regionen Mitteleuropas. In Deutschland galt die Art über lange Zeit als ausgestorben. Heute leben wieder stabile Elchpopulationen in Skandinavien, dem Baltikum, Polen und weiteren Teilen Osteuropas. Seit einigen Jahren wandern zunehmend Elche aus Polen nach Deutschland ein. Besonders in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen werden regelmäßig einzelne Tiere nachgewiesen.
Elche bevorzugen strukturreiche Landschaften mit Wäldern, Mooren, Feuchtgebieten und Gewässern. Sie nutzen junge Waldstadien, Bruchwälder und Gewässerufer, wo sie ein reiches Angebot an Nahrung finden. Aufgrund ihrer großen Mobilität können Elche weite Strecken zurücklegen und neue Lebensräume erschließen.
Als reiner Pflanzenfresser ernährt sich der Elch vor allem von Blättern, Trieben, Knospen und Rinde verschiedener Laub- und Nadelgehölze. Im Sommer spielen außerdem Wasser- und Sumpfpflanzen eine wichtige Rolle. Ein ausgewachsener Elch kann täglich mehrere Dutzend Kilogramm Pflanzenmaterial aufnehmen.
Elche leben überwiegend einzelgängerisch. Kühe werden von ihren Kälbern begleitet, während ausgewachsene Bullen außerhalb der Paarungszeit meist allein unterwegs sind. Die Brunft findet im Herbst statt. Nach einer Tragzeit von etwa acht Monaten bringt die Kuh meist ein Kalb, gelegentlich auch Zwillinge, zur Welt.
Der Elch gehört ursprünglich zur natürlichen Tierwelt Deutschlands. Seine Rückkehr nach Nordostdeutschland ist das Ergebnis erfolgreicher Schutzbemühungen in Europa und zeigt, dass grenzüberschreitender Artenschutz wirken kann. Als großer Pflanzenfresser prägt der Elch seine Umgebung und trägt zur biologischen Vielfalt unserer Landschaften bei. Mit zunehmenden Nachweisen in Brandenburg wächst zugleich die Bedeutung eines informierten und konfliktarmen Zusammenlebens von Mensch und Elch.