Der Elch

Europas größter Hirsch

Der Elch – Europas größter Hirsch

Alces alces

Der Elch (Alces alces) ist die größte heute lebende Hirschart der Erde und zugleich das größte freilebende Landsäugetier Mitteleuropas. Ausgewachsene Bullen erreichen eine Schulterhöhe von bis zu 2,20 Metern und ein Gewicht von über 600 Kilogramm.

Charakteristisch sind die langen Beine, die breite, überhängende Schnauze, die sogenannte „Glocke“ am Kehlkopf (Kehlbart) sowie das markante Geweih der Bullen. Das Geweih ist bei jungen Männchen stangenförmig, bei älteren oft schaufelförmig und wird in Mitteleuropa im Winter (Dezember/Januar) abgeworfen und im Frühling/Sommer neu gebildet.

Systematik

Der Eurasische Elch gehört zur Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla), zur Familie der Hirsche (Cervidae) und bildet innerhalb der Gattung Alces die Art Alces alces. Trotz seiner Größe ist er kein Verwandter der Rinder, sondern zählt zu den Hirschartigen.

Elche auf der Wiese © Anton Lehnig
Elchbulle auf einer Wiese in Brandenburg
Elch im Kiefernwald © Anton Lehnig
Elch im lichten Kiefernwald
Elch im Wald © Anton Lehnig

Lebensraum, Nahrung und Verhalten

Wälder, Moore und Gewässer

Lebensraum

Elche bevorzugen strukturreiche Landschaften mit Wäldern, Mooren, Feuchtgebieten und Gewässern. Sie nutzen junge Waldstadien, Bruchwälder und Gewässerufer, wo sie ein reiches Angebot an Nahrung finden. Aufgrund ihrer großen Mobilität können Elche weite Strecken zurücklegen und neue Lebensräume erschließen.

Nahrung

Als reiner Pflanzenfresser ernährt sich der Elch vor allem von Blättern, Trieben, Knospen und Rinde verschiedener Laub- und Nadelgehölze. Im Sommer spielen außerdem Wasser- und Sumpfpflanzen eine wichtige Rolle. Ein ausgewachsener Elch kann täglich mehrere Dutzend Kilogramm Pflanzenmaterial aufnehmen.

Verhalten

Elche leben überwiegend einzelgängerisch. Kühe werden von ihren Kälbern begleitet, während ausgewachsene Bullen außerhalb der Paarungszeit meist allein unterwegs sind. Die Brunft findet im Herbst statt. Nach einer Tragzeit von etwa acht Monaten bringt die Kuh meist ein Kalb, gelegentlich auch Zwillinge, zur Welt.

Steckbrief Elch

Alces alces
Systematik
Hirschfamilie (Cervidae), Ordnung Paarhufer (Artiodactyla)
Größe
1,75 m bis 2,20 m Schulterhöhe
Gewicht
Kühe 250–450 kg, Bullen 350–650 kg
Lebenserwartung
bis ca. 15 Jahre im Freiland, über 20 Jahre in Gefangenschaft
Nahrung
Blätter, Triebe, Knospen, Rinde, Kräuter sowie Wasser- und Sumpfpflanzen
Lebensraum
Wälder, Moore, Bruchwälder, Feuchtgebiete und gewässerreiche Landschaften
Sozialverhalten
überwiegend einzelgängerisch; Kühe leben mit ihren Kälbern
Aktivitätszeit
vor allem in der Dämmerung und nachts
Geschlechtsreife
mit ca. 1,5 Jahren
Brunftzeit
September bis Oktober
Tragzeit
ca. 243 Tage (8 Monate)
Nachwuchs
meist 1 Kalb, gelegentlich Zwillinge (Setzzeit April–Juni)
Reviergröße
5–100 km² (bis 150 km²)
Besonderheiten
größte Hirschart der Welt (sehr hochbeinig); ausgezeichnete Schwimmer; können weite Wanderungen unternehmen
Verbreitung
Nord- und Osteuropa, Nordasien sowie Nordamerika; in Deutschland derzeit vor allem einzelne zuwandernde Tiere aus Polen
Status in Deutschland
ursprünglich heimische Art, derzeit in natürlicher Wiederbesiedlung Nordostdeutschlands

Der Elch als Teil unserer heimischen Natur

Der Elch gehört ursprünglich zur natürlichen Tierwelt Deutschlands. Seine Rückkehr nach Nordostdeutschland ist das Ergebnis erfolgreicher Schutzbemühungen in Europa und zeigt, dass grenzüberschreitender Artenschutz wirken kann. Als großer Pflanzenfresser prägt der Elch seine Umgebung und trägt zur biologischen Vielfalt unserer Landschaften bei. Mit zunehmenden Nachweisen in Brandenburg wächst zugleich die Bedeutung eines informierten und konfliktarmen Zusammenlebens von Mensch und Elch.

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